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Antiziganismus erkennen, verstehen und begegnen im Bildungsbereich

Schulsozialpädagoge Marko D. Knudsen (Bildungsverein der Roma zu Hamburg e. V.) führt in das Thema „Antiziganismus“ ein und hilft anhand des gesellschaftlich herrschenden Antiziganismus über stereotype Denk- und Erklärungsansätze aufzuklären– ein wichtiger Schritt für eine Zukunft mit weniger Diskriminierung. Die Geschichte der Roma und Sinti und Praxisbeispiele aus der täglichen Arbeit werden weitere Themen des Vortrages sein. Kommen Sie mit Marko D. Knudsen ins Gespräch, denn es gibt keine bösen Fragen – nur böse Behauptungen!

Zur Person: Marko D. Knudsen ist seit 30 Jahren aktiver Roma Mensch und Bürgerrechtler. Er ist selbst Roma und Vorsitzender des Bildungsvereins der Roma zu Hamburg e.V. und des Europäischen Zentrums für Antiziganismusforschung sowie Autor der kompletten Geschichte der Roma und Sinti. Außerdem ist er tätig als Schulsozialpädagoge für das ReBBZ Hamburg und Roma und Sinti Beauftragter.

Termin: 04.02.21, 18:00-20:00 Uhr

Hinweis: Dieser Vortrag wird simultan gedolmetscht (Deutsche Gebärdensprache-Deutsche Lautsprache)

Subjekt – die Ordnung – das Lieben

Die Ordnung des Rassismus formt einen Raum der Subjektivierung, ein strukturierter und strukturierender Raum, in dem aus Individuen „Subjekte“ werden, deren Handlungsfähigkeit und Selbstverständnis mittels der Erfahrungen, die sie in dem Raum machen, an seine Struktur gebunden bleiben, diese aufnehmen, bestätigen, aber auch transformieren und modifizieren. In Text-Bruchstücken nähere ich mich diesem Zusammenhang.

Zur Person: Prof. Dr. Paul Mecheril ist Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Migration an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld. Zuvor war er als Universitätsprofessor an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (2011-2019) sowie der Universität Innsbruck (2008-2011) tätig.  Er beschäftigt sich unter anderem mit dem Verhältnis von Zugehörigkeitsordnungen, Macht und Bildung.

Termin: 28.01.2021, 18:00-20:00 Uhr

Filmvorführung „RomaStories“ und Gespräch im Anschluss mit Stella Tsianios (Pädagogin), Babak Bataghva (Filmregisseur) und Marko D. Knudsen (Schulsozialpädagoge)

In dem Dokumentarfilm „RomaStories“ werden Romabiografien vorgestellt. Die Personen berichten von der eigenen Kultur, fern von Fremdzuschreibungen. Die Präsentation der eigenen Kultur steht im Vordergrund und nicht irgendeine Interpretation, welche Jahrhunderte von der Mehrheitsgesellschaft skizziert und analysiert wurde. Themen wie Diskriminierung, Antiziganismus, Geschichte, Bildung und Frauenrechte werden im Film angesprochen.

Im Anschluss gibt es ein offenes Gespräch mit Stella Tsianios (Pädagogin), Babak Bataghva (Filmregisseur) und Marko D. Knudsen (Schulsozialpädagoge), der auch eine kleine Einführung in die Thematik gibt.

Zur Person: Marko D. Knudsen ist seit 30 Jahren aktiver Roma Mensch und Bürgerrechtler. Er ist selbst Roma und Vorsitzender des Bildungsvereins der Roma zu Hamburg e.V. und des Europäischen Zentrums für Antiziganismusforschung sowie Autor der kompletten Geschichte der Roma und Sinti. Außerdem ist er tätig als Schulsozialpädagoge für das ReBBZ Hamburg und Roma und Sinti Beauftragter.

Termin: 21.01.2021, 18:00-21:00 Uhr

Die globale Verfestigung von weißen Privilegien

Der Vortrag führt die Teilnehmer*innen in eine afrikanisch-orientierte Kritik an dem Diskurs und der Politik von Entwicklungszusammenarbeit (Entwicklungshilfe) ein. Diese Paradigmen, Erzählungen, Instrumente, Konsequenzen und Ergebnisse werden aus einer afrikanischen Perspektive analysiert, welche die Teilnehmer*innen ermutigen sollen, ihre eigene Rolle in diesem vom System geförderten globalen Strukturen zu reflektieren.

Zur Person: Senfo Tonkam wurde als ehemaliger Student*innenenführer in Kamerun verfolgt und ins Exil gezwungen wegen seines Kampfes gegen den westlichen Neokolonialismus und die pro-westlichen Diktaturen in Afrika. Als politischer Flüchtling, Gelehrter und Community-Aktivist ist er Gründer der „Black Nation in Babylon-Germany“ und des Vereines „AFRICA UNITED SPORTS CLUB e.V.“ Früher lehrte er an der Universität Hamburg Antirassismus und Interkulturelle Kommunikation. Derzeit ist er als Sozialarbeiter tätig und arbeitet überwiegend mit Geflüchteten, Migrant*innen und den sogenannten „Papierlosen“ – auch im Bereich des Empowerments. Außerdem ist er Fußballtrainer und Referent. Senfo Tonkam ist ein politischer Analyst und Coach, der ausführlich  über soziale Bewegungen und Befreiungsbewegungen auf der ganzen Welt recherchiert und referiert. Er unterstützt aktiv Student*innenbewegungen, Frauenorganisationen, Gewerkschaften, Menschenrechtsgruppen, politisch verfolgte Aktivist*innen und Geflüchtete in Afrika und der Diaspora.

Termin: 12.01.2021, 18:00-20:00 Uhr

Vielfalt im Kinderzimmer

Wer sind die Heldinnen & Helden in unserer Kinderliteratur und wer wird im Spielzeug dargestellt? Warum ist Repräsentation aller Kinder so wichtig? Ein rassismuskritischer und diskriminierungssensibler Blick ins Kinderzimmer!

Zu den Personen: Tebogo Nimindé-Dundadengar (B.Sc. Psychologie) und Olaolu Fajembola (M.A. Kulturwissenschaften) sind die Gründerinnen von Tebalou – Vielfalt im Spielzimmer.

Termin: 05.01.2021 18:00-20:00 Uhr

Hinweis: Dieser Vortrag wird simultan gedolmetscht (Deutsche Gebärdensprache-Deutsche Lautsprache)

Diskriminierungskritische Bildung – ein Einblick

Der Vortrag beschäftigt sich anhand von Schule – Macht – Rassismus über Grundlagen hinaus mit der Frage, was rassismuskritische Bildung in Schule für zum Beispiel den Unterricht, die Schulentwicklung oder das Beschwerdemanagement bedeuten kann.

Zur Person: Saraya Gomis ist Lehrende, Lernende und Bildungsaktivistin. Ehrenamtlich ist sie bei EOTO aktiv.

Termin: 16.12.2020, 18:00-20:00 Uhr

Hinweis: Dieser Vortrag wird simultan gedolmetscht (Deutsche Gebärdensprache-Deutsche Lautsprache)

Diversitätssensibilität. Die Erweiterung der Professionskompetenz von (angehenden) Lehrer*innen

In seinem Vortrag geht Prof. Dr. Karim Fereidooni auf die Konstruktion von ‚Normalität‘ in unserer Gesellschaft und in unterschiedlichen Bildungsinstitutionen ein und problematisiert diesen Konstruktionsprozess, weil dadurch Ausschlüsse entstehen. Ferner stellt er unterschiedliche Theorien und Studien zum Thema Diversitätssensibilität dar und präsentiert Maßnahmen, die darauf angelegt sind, mit Diversität konstruktiv umzugehen.

Zur Person: Prof. Dr. Karim Fereidooni ist Juniorprofessor für Didaktik der sozialwissenschaftlichen Bildung an der Ruhr-Universität Bochum. Seine Forschungsschwerpunkte sind Rassismuskritik in pädagogischen Institutionen, Schulforschung und Politische Bildung in der Migrationsgesellschaft sowie Diversitätssensible Lehrer*innenbildung.

Termin: 30.11.2020, 18:00-20:00 Uhr

Labor 89: Intersektionale Bewegungsgeschichte/n aus West und Ost

Jahrestage und Jubiläen erlauben nicht nur eine momentane Erinnerung, sondern geben auch Anlass und Raum dafür, dass sich die kollektive Mentalität noch einmal neu sortiert und ausrichtet, dass Orientierungen und Werte gegebenenfalls neu verhandelt werden und dass sie sich neu legitimieren lassen. Dabei ist es wichtig, dass diese Erinnerungskultur keinem linearen Narrativ folgt, das in der Regel auf Bilder des nationalen Erfolgs setzt. Erinnerungspolitik muss mehr können und selbst einen Perspektivwechsel vornehmen, das heißt zu einer Perspektive werden, die mehr als die Mehrheitsgesellschaft in den Blick nimmt. Labor 89 setzt hier an und rückt mit den Portraits von acht Zeitzeug*innen aus Schwarzen und PoC-Communities Akteur*innen, aber auch Orte, Ereignisse und Diskurse in den Vordergrund, die in mehrheitsgesellschaftlicher Erinnerungspolitik nicht mitbedacht werden. Die Erzählung ihrer unterschiedlichen Geschichten eröffnet einen diasporischen Reflexionsraum, in dem die Transformationprozesse vor, während und nach dem Berliner Mauerfall der Komplexität der deutschen Vereinigung Raum so geben, dass marginalisierte Perspektiven von BPoC-migrantischen Kämpfen um Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und politische Teilhabe aus dieser Zeit sichtbarer werden.

Labor 89 schildert die Bedeutung der Maueröffnung in der kollektiven Erinnerung von BPoC-Bewegungen, beschreibt, wie sich öffentliche Räume für sie ganz konkret verengten, aber auch neue Möglichkeitsräume mit einer Vielzahl von Debatten, Aktionen, Netzwerken, Community-übergreifenden Projekten und der Erprobung neuer gesellschaftspolitischer Praktiken entstanden.

Das Buch: Peggy Piesche (Hg.): Labor 89. Intersektionale Bewegungsgeschichte*n aus West und Ost. Berlin 2020: Yılmaz Güney (http://www.yilmaz-gunay.de/index.php/9-aktuell/48-978-3-9817227-3-4-labor89)

Zur Person: Peggy Piesche ist Referentin für Diversität, Intersektionalität und Dekolonialität (D.I.D.) bei der Bundeszentrale für politische Bildung

Termin: 24.11.2020, 18:00-20:00 Uhr

 

Kontinuierlicher Rassismus seit den 80ern aus Perspektive der Betroffenen

Ibrahim Arslan ist Opfer und Überlebender der rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992. Er versucht seit 2007 bei jeder Gelegenheit die Perspektive der Betroffenen, seine Perspektive, in den Vordergrund zu bringen. Sein Ziel ist es die Gesellschaft zum Umdenken zu bringen indem er uns viel mehr mit den Opfern und Überlebenden beschäftigen lässt statt mit den Täter*innen. Wir interessieren uns immer für die Täter*innen, doch was ist mit den Opfern und Überlebenden? Dass dies so ist, ist ein kollektives Fehlverhalten dieser Gesellschaft, der Medien und der Politik. Dies ist zu ändern. Genau diese Lücke in der Gesellschaft versucht Ibrahim Arslan mit seinen Vorträgen und seinem Widerstand zu füllen: „Opfer und Überlebende sind keine Statisten, sie sind die Hauptzeug*innen des Geschehenen“ – Ibrahim Arslan

Zur Person: Ibrahim Arslan ist Opfer und Überlebender der rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992, Aktivist und mitwirkende Person beim Freundeskreis im Gedenken an die rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992, Botschafter für Demokratie und Toleranz.

Termin: 16.11.2020, 18:00-20:00 Uhr

Hinweis: Dieser Vortrag wird simultan gedolmetscht (Deutsche Gebärdensprache-Deutsche Lautsprache)

Treffen sich zwei Schwarze, fette Menschen und reden über ihre Bäuche

Klingt wie der Anfang eines schlechten Witzes? Nö! Hier soll ein wichtiger und seltener Einblick zu Begehren und Spaß, Bewegung und Unterdrückungsstrukturen, Privilegien und Zugang, zu Ressourcen, Förderungen und Forderungen gewährt werden. Christelle & Ama führen einen Dialog zu den Intersektionen von Blackness & Fatness, Begehren & Respektabilität und den Auswirkungen derselbigen auf verschiedensten Ebenen. Dabei soll Begehren & Respektabilität weit gefasst verstanden werden, was heißt, nicht nur auf Dating/Liebe/Sexualität, sondern auch auf Forderung/Förderung in Bildung & Gesundheit und insgesamt auf die vielen Facetten des Da-Seins gemünzt.

Zu den Personen:

Ama Toyou (Twitter: @hrmpfm) ist eine Lightskinned Schwarze queere trans* Person mit Behinderungen und beschäftigt sich (un)gern mit Verbindungen von Schwarzsein, Queerness & Fettsein auch in Verbindung mit Behinderungen. Amas Fokus liegt dabei auf Verbindungen & Kontinuitäten. Ansonsten mag Ama Popkultur und Elefanten.

Christelle Nkwendja (Insta: @nkweeny) ist eine Darkskinned Schwarze, able-bodied, hetero cis-Frau. Verbunden mit Schwarzen Bewegungen in Deutschland befasst sie sich seit einiger Zeit aus einer aktivistischen, intersektionalen und emotionalen Perspektive mit Themen rund um Fat-Acceptance. Mit Lizzo und Lasagne zauberst du ihr ein Lächeln ins Gesicht.

Termin: 11.11.2020, 18:00-20:00 Uhr

Neues Lehrangebot im Projekt EngföLe

Liebe Interessierte,

leider wird das Studienprogramm „Refugees welcome – aber wie? Engagiert für Menschen mit Fluchterfahrung“ vorerst nicht fortgesetzt. Im Projekt “Engagementförderung durch universitäre Lehre” werden aber weiterhin Lehrveranstaltungen im Studium Generale/freien Wahlbereich angeboten.

Seit dem Sommersemester 2020 können Sie das Projektseminar „Ziviles Engagement und Studium verbinden“ besuchen (LV-Nr. 50-004, 5 ECTS). Schauen Sie doch mal auf dem Blog vorbei: https://civic-engagement.blogs.uni-hamburg.de/.

Im Wintersemester 2020/21 finden zudem zwei Lehrveranstaltungen in Kooperation mit der „Initiative Bildung Macht Rassismus“ statt:

  • „Bildung Macht Rassismus. Vortragsreihe zur Stärkung rassismuskritischen Denkens und Handelns an der Universität“ (LV-Nr. 50-002, 2 ECTS)
  • „Bildung Macht Rassismus. Projektseminar zur Stärkung rassismuskritischen Denkens und Handelns an der Universität“ (LV-Nr. 50-003, 5 ECTS)

Ich würde mich freuen, einige bekannte Gesichter wiederzusehen. Fragen zu den Studienangeboten sind jederzeit willkommen: cornelia.springer@uni-hamburg.de

Eine angenehme vorlesungsfreie Zeit!

Herzlich

Cornelia Springer